Magix Music Maker als DAW?

Meine erste Version des Music Maker lief noch unter Windows 95. Ich weiß nicht, woher ich es hatte, gekauft jedenfalls nicht. Ich hielt es für ein lustiges Computerspiel und benutzte es ein paar Mal. Mit Musikproduktion hatte ich seiner Zeit noch nichts am Hut, auch wenn mir ein MIDI-Studio – wie ich es damals bezeichnete – schon als wünschenswertes Projekt im Kopf herum geisterte. Was eine DAW ist, wusste ich nicht und ob man den Magix Music Maker als DAW verwenden konnte, auch nicht. Es gab zwar sogenannte Sequencer – Software, etwa Cubase oder Cakewalk, die aber nicht eben gerade günstig waren zu dieser Zeit.

Der Personalcomputer fing gerade an, sich als „Elektrogerät“ in den Haushalten zu etablieren. Das damit die ganze Musikindustrie auf den Kopf gestellt werden würde, war damals noch nicht abzusehen. Von einigen Visionären aber schon. So auch von den Gründern der Firma Magix. Während Cubase und Cakewalk Expertenprogramme waren, mit denen ein studiotechnisch Unbelasteter kaum etwas anfangen konnte, schuf die Softwareschmiede Magix ein Programm gemacht und gedacht für den Laien. Heute ist der Magix Music Maker das meist gekaufte Musikprogramm in Europa. Und eben ist der Music Maker 2021 erschienen.

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Music Maker - Die kostenlose Vollversion

Zurück zur Ausgangsfrage, ob der Music Maker als DAW verwendet werden kann. Ja, kann er. Aber es ist immer noch ein Laienprogramm, so wie es von Anfang an gedacht war. Kein ernst zu nehmender Musikproduzent würde den Musik Maker als Digital Audio Workstation einsetzen. Und wenn, dann würde er es nicht zugeben wollen. Aber drehen wir den Spieß einmal um. Musikproduzent oder neudeutsch „Producer“ darf sich heute jeder nennen. Auch Tontechniker ist keine geschützte Bezeichnung. Nur fallen solche Fachleute nicht vom Himmel. Dieter Bohlen ist übrigens Diplomkaufmann. Was ihn aber nicht daran gehindert hat, Millionen Platten zu verkaufen.

Karriere im Musikbusiness?

Wenn jetzt also jemand eine Karriere im Musikbusiness als Produzent anstrebt, sollte damit anfangen, sich Wissen und Fähigkeiten anzueignen. Das die Musikindustrie auf den Kopf gestellt wurde, habe ich schon erwähnt. Denn heute sind erfolgreiche Musiker oft auch Produzent, Manager und Plattenfirma in Personalunion. Aber irgendwie muss man ja anfangen, wenn man selbst Musik produzieren will. Und da kenne ich keinen besseren Weg zum Einstieg als den Magix Music Maker. Es sei denn, man will studieren. Die Lernkurve ist flach und man sieht relativ schnell Ergebnisse. Auch fundamentale Dinge wie Harmonielehre begreift man eher, wenn man hören kann, was harmonisch klingt und was nicht…

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Was den Musik Maker für den Einstieg so empfehlenswert macht ist das Nicht-Vorhandensein von Funktionen. Sicher kann man aus Loops einen Song zusammenstellen, man kann Instrumente oder Gesang dazu aufnehmen, aber man kann sich nicht in tiefergehende Funktionen verzetteln, weil es sie nicht gibt. Denn wer will sich als Anfänger schon mit Begriffen wie Sidechaining oder Routing beschäftigen? Es gibt noch die Möglichkeit, Effekte zu verwenden, aber alles in allem bleibt es sehr rudimentär und übersichtlich. Wem das nicht reicht: von Magix gibt es auch professionellere Software wie Samplitude Studio, Samplitude Pro X oder Sequoia. Letzteres ist eher für Broadcasting Studios.

Magix Musik Maker
Magix Musik Maker als DAW?

Mit dem Musik Maker ist der Firma Magix – den meisten wohl eher als Hersteller von Software zur Videobearbeitung bekannt – ein großer Wurf gelungen. Auch wenn dieses Programm den Kinderschuhen längst entwachsen ist, kommt der Spaßfaktor nicht zu kurz. Letztendlich will man auch als blutiger Anfänger nicht ewig auf hörbare Erfolge warten müssen. Mit dem Musik Maker von Magix ist dies ganz einfach.

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